Text: Thomas Steimer

Ehrenbürger Karl Siegfried Bader


Wer war Karl Siegfried Bader?

 

Karl Siegfried Bader wurde am 27. August 1905 in Waldau (gehört heute zu Titisee-Neustadt) geboren. Er wuchs in Geisingen bei Donaueschingen auf, wo er 1924 das Abitur ablegte. Dann studierte er Jura und wurde 1928 zum Doktor der Rechte promoviert. Er arbeitete im Justizdienst des Landes Baden und wurde nach der Machtergreifung der Nazis 1933 entlassen. Bader eröffnete eine Anwaltskanzlei in Freiburg und engagierte sich dabei auch für Juden und andere von den Nationalsozialisten Verfolgte. Ab 1936 war er Leiter des Fürstlich-Fürstenbergischen Archivs. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde er zum Oberstaatsanwalt und schon 1946 zum Generalstaatsanwalt am Oberlandesgericht Freiburg befördert. In dieser Funktion engagierte er sich gegen Nazi-Verbrecher, unter anderem erhob er Anklage gegen die Brandstifter der Freiburger Synagoge.

1951 wurde er Professor für Rechtsgeschichte in Mainz, 1953 wechselte er an die Universität Zürich, wo er bis zu seinem Ruhestand 1975 blieb. Karl Siegfried Bader hat insgesamt über 1.100 Schriften zu Strafrecht, Rechts-, Verfassungs- und Landesgeschichte veröffentlicht. Prof. Dr. Karl Siegfried Bader war Mitbegründer und Mitherausgeber der „JuristenZeitung“. 1972 wurde er Ehrendoktor der Universität München, 1985 erhielt er das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse und die Verdienstmedaille des Landes Baden-Württemberg. Im hohen Alter von 93 Jahren ist er am 13. September 1998 in Zürich gestorben. 

 

Was hat Karl Siegfried Bader mit dem Elztal zu tun?

 

Schon früh beschäftigte sich Karl Siegfried Bader mit den Herrschaftsformen des deutschen Mittelalters. Dabei stieß er auf eine Sache, die ihn faszinierte und die er daraufhin gründlicher untersuchte: Das badisch-fürstenbergische Kondominat im Prechtal. Er schrieb ein Buch darüber, welches 1934 veröffentlicht wurde.

Ehrenbürger Karl Siegfried Bader (sitzend) anlässlich der Neuauflage des "Badisch-Fürstenbergischen Kondominats" 1996 im Ladhof mit HGA Ehrenmitglied Hubert Mäntele

Nach dem Zweiten Weltkrieg war Karl Siegfried Bader erneut um das Elztal bemüht. Während der Herrschaft der Nationalsozialisten wurde Elzach das Stadtrecht genommen. Karl Siegfried Bader schrieb ein Rechtsgutachten, in dem er nachwies, dass Elzach schon lange das Stadtrecht gehabt hatte und es wieder bekommen solle. Tatsächlich wurde Elzach 1949 erneut das Stadtrecht verliehen. Die Elzacher machten Karl Siegfried Bader daraufhin zum Ehrenbürger.

Wer sich mit dem Elztal beschäftigt, kommt nicht an der Elzacher Fasnet vorbei. Auch Karl Siegfried Bader war vom Narrentreiben fasziniert und untersuchte, weshalb der Schuttig Schuttig“ heißt. Er wies nach, dass dieser Name von einer alten Bezeichnung für den Aschermittwoch stammt, dem „Schurtag“. Daneben veröffentlichte Karl Siegfired Bader eine ganze Reihe weiterer Schriften, die sich mit dem Elztal befassten. Bader blieb dem Elztal ein Leben lang verbunden. Zur 800-Jahr-Feier der Stadt Elzach hielt er im Jahr 1978 die Festrede. Als die Ortschaftsverwaltung Prechtal sein Buch „Das badisch-fürstenbergische Kondominat im Prechtal“ im Jahr 1996 neu auflegte, kam der damals 91 Jahre alte Karl-Siegfried Bader persönlich zur Buchvorstellung in den Ladhof.

Bader 1996 im Ladhof