Karl August Krumm

Karl August Krumm war der ältere Bruder Erwin Krumms.

Geboren wurde er am 6. Mai 1887 in Oberbiederbach. Vater Karl Bernhard Krumm war dort zu dieser Zeit Oberlehrer.

Karl August Krumm folgte den Fußstapfen seines Vaters im Beruf, er war Gymnasiallehrer in Konstanz in den Fächern Zeichnen und Musik.

Wie sein 11 Jahre jüngerer Bruder Erwin war Karl als Künstler tätig und diesem auch ein Lehrer.

Die Ehrenchronik der Stadt Elzach, die alle Kriegsteilnehmer aufführt, nennt auch Karl August Krumm, aus dem Krieg kehrte er unversehrt heim.

1921 zog Erwin Krumm nach Konstanz um, wo sein Bruder unterrichtete. Gemeinsam stellten sie auch aus, aus dem Nachlass sind Einladungskarten und Ausstellungsplakate erhalten.

Eine Graphik Erwin Krumms aus dem Jahre 1922 zeigt den Bruder bei der Arbeit im Atelier, ein Holzstich aus dem Jahr 1934 wurde von August Krumm geschaffen und ist mit der Bildunterschrift „Meinem lieben Schulkameraden Emil Ringwald“ versehen.

 

Karl August Krumm war seinem Bruder Erwin ein treuer Helfer bei den Bauarbeiten am Finkenhof 1929, wie private Aufzeichnungen und private Fotos ergeben.


Der Finkenhof

Der Finkenhof (Finkenacker 7) war das Zuhause und das Atelier Erwin Krumms und dessen Frau Christa. Erbaut wurde er 1929.

 

Aus dem Nachlass Krumms sind noch zahlreiche Fotos vom Baufortschritt und Bauskizzen vorhanden. Eine Gebäudebeschreibung wurde im Buch „Elzacher Häuser“ veröffentlicht.

 

Die finanziellen Belastungen waren für die Familie Krumm enorm und trieben diese an den Rand des finanziellen Ruins. Dies geht aus vorhandenen Briefwechseln und aus Josef Webers Krummbiographie 1998 hervor, indem er Erwin Krumm selbst zitiert:

„Die Kosten meines Hausbaus überstiegen trotz meiner Sparsamkeit und der einfachen Bauweise […] den ursprünglichen Voranschlag um ein Gewaltiges. […] Es folgte eine harte Zeit für uns. Oft gab ich den letzten Pfennig an meine stets fordernden Handwerker, so daß wir uns manchmal nicht einen einzigen Laib Brot kaufen konnten. Dann mußte uns die Kartoffeln das tägliche Brot ersetzen, welche meine wackere, tapfere Schwester für uns in allen Arten zubereiten musste.“

 (Josef Weber: Erwin Krumm. Der Elzacher Maler und Bildhauer. Elzach 1998, S. 18)

 

 

Seine „Erlebnisse“ mit den Elzacher Handwerkern, denen er aus deren Sicht oft was schuldig blieb, thematisiert Krumm im Jahre 1933 mit zwei eindrücklichen Drucken.


Siegfried Gysler Erwin Krumms Neffe

Siegfried Gysler ist der Neffe Erwin Krumms. Er ist Sohn von Rosa Emilie Krumm, geboren 1891 in Randegg, und deren Ehemann Heinrich Gysler, Textilfabrikant aus Elzach.

 

Aus dem Krummschen Nachlass sind dutzende Feldpostbriefe von Siegfried Gysler vorhanden, geschrieben an der Ostfront zwischen 1941 und 1943. Da Siegfried Gysler auch Künstler war, enthalten diese manchmal auch Illustrationen. Nach dem Krieg stellten beide auch gemeinsam aus.

 

Die Briefe sind eindrückliche Belege für das Soldatenleben an der Front. Von Kampfhandlungen oder gar Menschrechtsverbrechen wurde kaum berichtet. In der Regel enthalten diese Alltagsberichte und vermitteln das Bild einer heilen Welt.

 

 

Das Ölbild zeigt Siegfried Gysler in bündischer Aufmachung, wohl als Kreuzpfadfinder Mitte der zwanziger Jahre.


Holzschnitt

Die Technik des Holzschnitts lag Erwin Krumm sehr am Herzen.

 

Zahlreiche Graphiken sind von ihm erhalten. Der Nachlass beinhaltet einige Dutzend Holzdruckplatten unterschiedlicher Größe.

 

Zur Herstellung des Druckstocks werden von einem glatt gehobelten Holzbrett mit Schneidemessern die nicht druckenden Teile entfernt und die erhabenen Teile danach eingefärbt und abgedruckt (Hochdruck). Der Abdruck erfolgt durch Handabreibung mittels eines Falzbeins oder durch eine Druckpresse.

 

Im Spätmittelalter und der frühen Neuzeit dienten Holzschnitte der Erstellung von Einzelblättern, die Heilige, Sprüche oder auch Ratschläge enthielten. Große Bedeutung hatte der Holzschnitt für die Buchillustration.

 

Als ein herausragender Schaffer von Holzschnittarbeiten gilt Albrecht Dürer.